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Hautanalyse

Hautanalyse – moderne Geräte helfen
Die Hautanalyse ist ein zentraler Bestandteil der kosmetischen Behandlung. Sie schafft die Grundlage für erfolgreiche hautspezifische Konzepte. Ein großes Angebot an Geräten kann die Hautbestimmung erleichtern. Was können diese Instrumente genau leisten?
Früher musste man für die präzise Hautanalyse über Jahre hinweg Erfahrungen sammeln. Inzwischen erleichtern Geräte den Einstieg in dieses schwierige Gebiet. Die Hautanalyse ist als Basis einer kosmetischen Behandlung primär Hilfsmittel. Sie kann darüber hinaus auch ein eigenständiges Angebot darstellen. Doch welche Messungen sind wirklich sinnvoll?

Entscheidende Größen

Für die Kosmetik wichtige Eigenschaften der Haut sind Hautfeuchte, Hautfette (Sebum), Barrierefunktion der Hornschicht, Elastizität, Oberflächenstruktur, Hautfärbung und pH der Hautoberfläche. Am häufigsten werden Hautfeuchtigkeit und Hautfette gemessen. Beide Eigenschaften werden auch zur Charakterisierung der Hauttypen herangezogen: trockene und feuchte Haut bzw. fettarme und fettreiche Haut. Eine dritte wichtige Größe ist die Barrierefunktion, die man mittels des transepidermalen Wasserverlustes (TEWL) untersuchen kann.
Ein hoher TEWL bedeutet z. B., dass die Haut viel Wasser in Form von Wasserdampf verliert – Zeichen für eine Hautbarrierestörung. Umgekehrt können dann auch Stoffe und Keime von außen in die Haut gelangen. Dadurch steigt die Gefahr von Irritationen, Entzündungen und Allergien. In der Regel ist ein hoher TEWL auch mit niedrigen Hautfeuchte- und niedrigen Hautfettwerten verbunden.
Entscheidend ist, wann gemessen wird. Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten. Die Messung der unbehandelten Hauterfolgt einige Stunden nach der letzten Hautreinigung, wenn sich der Hydrolipid-Mantel regeneriert hat. Messungen der behandelten Haut erfolgen ebenfalls einige Stunden nach dem letzten Auftrag. Dann ist das Wasser der Cremes verdunstet, der oberflächliche Cremefilm weitgehend verschwunden. Die Messwerte setzen sich nun aus der hauteigenen Feuchte und der Wirkung der Feuchthaltesubstanzen der Cremes zusammen – ähnliches gilt für die Fettmessung. Normalwerte bedeuten, dass die Pflege Defizite der Haut ideal ausgleicht. Bei tieferen Werten war das Produkt nicht ausreichend oder gar nicht geeignet, bei höheren sollte man geringere Mengen auftragen oder ein weniger reichhaltiges Präparat anwenden.
Beim Vorher-Nachher-Vergleich werden vor und nach der Behandlung Messungen durchgeführt, um z. B. Erfolge direkt zu dokumentieren. Die gemessenen Ergebnisse sind dann allerdings meist besser als in der Realität. Wie oben erwähnt ist der Feuchtigkeitswert direkt nach der Anwendung wasserhaltiger Cremes zu hoch. Bei einer wasserfreien Creme erreicht die Hautfeuchte erst viel später ihr Maximum. Bei einer tendenziell fettigen Haut z. B. können Fettwerte, die nach der Behandlung im scheinbar niedrigen Bereich liegen, schon Stunden später wieder ungünstiger sein. Umgekehrt kann das Gleiche für trockene, fettarme Haut gelten.

Aussagefähige Messungen

Aufschlussreiche Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Pflegeprodukten erhält man, wenn man länger angewandte Produkte absetzt und dann Messungen durchführt. Ein bis drei Tage reichen dabei, um Produkte mit Kurz- und Langzeiteffekten gut unterscheiden zu können. Produktvergleiche erleichtern so die Wahl für ein spezielles Präparat.
Im Kosmetikinstitut sollte man sich allerdings auf Messungen konzentrieren, die nicht so stark von Luftfeuchte und Lufttemperatur bzw. von den Jahreszeiten abhängig sind. Messungen des transepidermalen Wasserverlustes (TEWL) sind aus diesem Grund eher nicht so gut geeignet.

Den richtigen Gerätetyp wählen

Für ein Kosmetikinstitut geeignet sind Geräte, bei denen Messungen schnell, einfach und ohne größere Fehlerquellen möglich sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Mobilität der Geräte: bei mehreren Kabinen kann man so mit einem einzigen Gerät auskommen. Moderne Geräte haben einen minimalen Energiebedarf, den man zuweilen länger als ein Jahr durch eine einzige Batterie decken kann. In diesen Fällen kann man sogar auf Netzadapter verzichten.
Grundsätzlich gibt es drei Gerätetypen:
Solche mit einer Mess-Sonde, die mit Software und PC-Anschluss ausgestattet sind. Die Software gestattet differenzierte Auswertungen. Sie sind für größere Institute, Universitäten und Kliniken geeignet. Daneben werden Kombi-Geräte mit mehreren Sonden angeboten, die auf den gleichen Messprinzipien basieren und die gleiche Empfindlichkeit haben wie die Einzelgeräte. In der Regel verzichten sie jedoch auf komfortable PC-Verknüpfung sowie aufwändige Software und sind so wesentlich preisgünstiger als die Einzelsonden.
Bei modularen Systemen können die Steuergeräte je nach Wahl mit unterschiedlichen Sonden bestückt werden.

Interpretation der Messwerte

Um die Interpretation von Messergebnissen zu erleichtern, liefern die Hersteller von Geräten zu Vergleichszwecken meist umfangreiches Datenmaterial mit. Anfangs kann dies eine große Orientierungshilfe sein. Je nach Körperpartie können nämlich unterschiedliche Normalwerte gemessen werden. Meistens hat man aber bereits nach wenigen Tagen ein Gefühl dafür, welche Messwerte typisch sind.
Manchmal sind die Geräte auch mit Software ausgerüstet, die auf ein definiertes Produktsortiment eingestellt ist und Produktempfehlungen anzeigt. Der Vorteil: Man kann das Produkt direkt aus dem Regal nehmen. Nachteil: Da jede Haut sehr individuell ist, stimmen die Produktempfehlungen der Geräte nicht immer zu 100%. Hier sollte man eigene Beobachtungen mit einfließen lassen – auch beim besten Messgerät.
Bei der Hautanalyse sollte man die Messungen mehrfach durchführen: um nämlich verschiedene Hautpartien zu charakterisieren, die unterschiedlichen Zonen einer Mischhaut ausfindig zu machen und auch Mess-Fehler auszuschließen. Diese können z. B. durch Haare entstehen. Ebenfalls wichtig: Die Messungen stellen immer eine Momentaufnahme der Haut dar. Die Effektivität einer Behandlung lässt sich nur mit Mehrfachmessungen über einen längeren Zeitraum ermitteln.
Dabei sollte man auch auf die Zusammensetzung der verwendeten Präparate achten: Einige Stoffe erhöhen Hautfeuchte und Fettgehalt kurzzeitig. Auf längere Sicht verringern sie aber womöglich die Eigenregeneration der Haut.
Auch Make-up und Camouflage verfälschen die Messergebnisse. Es sollte deshalb nur im abgereinigten Zustand oder nach der Grundpflege gemessen werden. Dennoch müssen additive Effekte durch das nachfolgende Makeup oder die Camouflage berücksichtigt werden: die Grundpflege kann also weniger reichhaltig ausfallen.
Bei Umstellungen von okklusiven Präparaten auf eine physiologische, die Eigenregeneration fördernde Kosmetik wird die Haut in den ersten Tagen nach der Umstellung subjektiv als trockener empfunden als vorher. Messungen zeigen dagegen, dass die Hautfeuchte zugenommen hat. Der Grund: Einen geschmeidigen Oberflächenfilm empfindet man häufig als feuchte Haut. Unterschiede zwischen Messwerten und subjektiven Empfindungen sind keine Seltenheit. Informieren Sie ihre Kunden dann über die Notwendigkeit langfristig sinnvoller Hautpflege.

Lohnt sich die Anschaffung?

Ausgereifte Messgeräte haben ihren Preis. Eine Anschaffung will also gut überlegt sein. Möglicher Nutzen: Eine gute Ausstattung und gute fachliche Beratungen unterstreichen die Seriosität des Institutes. Längst nicht jedes Institut bietet Hautanalysen an. So kann man sich profilieren und leichter neue Kunden gewinnen.
Hinterfragen Sie vor dem Kauf eines Gerätes aber auf jeden Fall das genaue Messprinzip. Versuchen Sie einzuschätzen, ob es realitätsbezogene Messwerte liefert. Sammeln Sie entsprechende Fachliteratur, bevor Sie sich zum Kauf eines Gerätes entschließen. Bei Unklarheiten sollten Sie einen neutralen Fachmann um Rat bitten.
Sich mit dem Thema zu beschäftigen, lohnt sich auf jeden Fall.

Dr. Hans Lautenschläger